Die Anfänge des Cold Cappuccino

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Manches entwickelt sich im Leben aus einer Schnapsidee heraus. Ich kann mich noch daran erinnern, dass es an einem Sonntag vor ungefähr einem halben Jahr gewesen sein muss. Definitiv ein Sonntag. Ein warmer Sonntag. Denn unser Käser Stefan saß mit seiner Tochter im Café Garten in der Sonne. Es war Zufall, dass er da war. Es war Zufall, dass ich da war. Wie es sooft im Leben ist.

Man kommt ins Gespräch. Und wenn zwei Unternehmer miteinander sprechen, geht es meist irgendwie auch darum, Chancen zu nutzen. Ich kann mich noch daran erinnern, dass ein Schild mit der Aufschrift Cold Brew an meinem Wagen stand. Und Stefan wissen wollte, was es damit auf sich hat. „Wie schmeckt denn eigentlich Cold Brew“, fragte er. Er probierte und war begeistert. Natürlich. Cold Brew schmeckt ja auch lecker. Vor allem mit Milch.

Drei Verrückte und ein Ziel

Und da Stefan nicht nur eine Käserei hat, sondern auch die Bio-Frischmilch für die Schwarze Kiste liefert, kam dann eins zum anderen. „Irgendwie wollte ich schon immer was mit Kaffee machen“, sagte Stefan. Und ich: „Naja ich wollte schon immer was mit Milch machen.“ Die Schnapsidee war geboren. Wir machten das, was wir am Besten konnten; zusammen…

…doch der Zufälle noch nicht genug telefonierte ich kurze Zeit später mit meinem Geschäftspartner und Freund Sebastian. Ich erzählte, auf welch dumme Ideen man so am Sonntagmorgen kommen kann. Und erwartete dabei nicht, Jubelstürme bei ihm auszulösen. Doch das Gegenteil war der Fall. Er sagte: „Na das will ich schon seit vier Jahren machen, doch ich finde keine Molkerei, mit der ich so ein Projekt starten kann.“ Und ehe ich mich versah, gab es nicht nur zwei Wahnsinnige, die einer Idee hinterherliefen. Es kam sogar noch ein Dritter dazu.

Kurze Zeit später standen Sebastian und ich im Seminarraum meiner Kaffeeschule und probierten, Cold Brew mit Milch zu mischen. Schon bald ließen wir es bleiben. Der Grund: Es dauert viel zu lang und schmeckt nicht so, wie wir uns das vorstellten.

Echter Espresso für echten Geschmack

Also einen Schritt zurück! Eine Idee ist ja schön und gut. Doch wenn sie nicht umsetzbar ist, dann bringt es wenig. Wir überlegten, überlegten und überlegten, kamen jedoch nicht weiter. Irgendwann fuhren wir dann in den Supermarkt und stöberten durch die Regale. Wir nahmen uns die Konkurrenz vor im Geschäft mit dem kalten Kaffee. Wieder zurück in der Kaffeeschule machten wir den knallharten Geschmackstest. Und dann endlich die Lösung: Wir nehmen keinen Cold Brew. Wir nehmen Espresso! Und zwar frisch gebrühten Espresso…denn die Schwarze Kiste, die Landkäserei Reißler und auch das Kaffeekontor Bayern stehen für Qualität. Instantprodukte kommen für uns drei also nicht in Frage.

Im Kleinversuch probierten wir, das richtige Mischverhältnis für unseren Cold Cappuccino herauszufinden. Mit unserer La Marzocco brühten wir einen Shot nach dem anderen, setzen die Bio-Frischmilch hinzu und probierten, probierten und probierten; bis wir die perfekte Balance zwischen Kaffee und Milch gefunden hatten. Denn unser Cold Cappuccino – anders als der der Konkurrenz – sollte ohne Zucker, Süssstoff oder Zusatzstoffe auskommen. Wir wollten puren Geschmack von Milch und Espresso. Und das war uns an diesem Tag gelungen; zumindest im Kleinstversuch in der Kaffeeschule.

Wie es im Leben eines Unternehmers so ist, standen wir kurz danach vor einem neuen Problem. Wie sollte man Espresso in großen Mengen herstellen? Echten Espresso wohlgemerkt! Wir zerbrachen uns den Kopf und schließlich kam Sebastian auf eine Idee. Wir entwickelten ein Verfahren, mit dem es uns tatsächlich gelang, qualitativ hochwertigen Espresso in großen Mengen herzustellen. Es war der Durchbruch für unseren „Schwarze Kiste Cold Cappuccino“. Wir waren unserem Ziel, ein grandioses Produkt zu entwickeln, wieder einen Schritt näher gekommen.

Der Cold Cappuccino erblickt das Licht der Welt

Ab ging es in die Molkerei. Wir wollten natürlich nun wissen, ob es auch schmeckt, wenn man den Espresso in Bechern abfüllt. Und vor allem: Wie lange ist das Getränk dann haltbar? Unsere Versuche gelangen. Wir hatten plötzlich Becher in der Hand, die man nur kurz schütteln musste, den Deckel aufriss und schon konnte man perfekt ausbalancierten Cold Cappuccino genießen. Wir waren begeistert.

Jetzt, ein paar Monate später, stehen wir kurz vor der Markteinführung. Es ist aus einer Schnapsidee eine reale Geschichte, ein wahnsinnig tolles Produkt, ein ehrliches Produkt, geworden. Es ist immer wieder faszinierend, aus welchen Zufällen so etwas entstehen kann. Wir freuen uns, den Weg beharrlich weiterzugehen mit unserem „Schwarze Kiste Cold Cappuccino“. Denn wir sind davon überzeugt, dass wir sehr viele Freunde dieses leckeren Kaffees gewinnen werden… bis bald im Kühlregal. 😉

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Über den Autor:

Sebastian Hrabak ist Gründer und Kopf der Schwarzen Kiste. Der 33-jährige fand nach seinem Abschluss als Sportwissenschaftler an der Universität Augsburg und einem Volontariat auf der Günter-Holland-Journalistenschule der Augsburger Allgemeinen seine wahre Passion: das Kaffeemachen. Seither unterhält der Chef der Schwarzen Kiste auf seiner Homepage mit Texten über das Geschehen in seinen Läden, interessanten Themen, auf die er zufällig stößt oder Ärgernisse, die ihm in seinem Business oder im Alltag widerfahren...

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